1250 - Die Epposteiner

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1250

Ärzte, Medizin und Hygiene

Eine einfache Beschreibung über Heilkunde im Mittelalter
Im Mittelalter lebte der Mensch noch im besonders von den Dingen die die Natur bot. So nutzte er viel die Heilkraft und Vorbeugung der Pflanzenwelt die ihm sein Lebensraum bot.
Eine zentrale Bedeutung hatten Klöster bei der Bewahrung von altem Pflanzenwissen über Wirkung, wie giftig sie sind usw.
Die Mönche und Ordensbrüder schrieben vieles in Bücher und fassten das Wissen für die Nachwelt sehr anschaulich zusammen.
Benedikt von Nursia war ein Wegbereiter dieser Klostermedizin der um 529 in Montecassino wirkte.
Sein Klosterleben und das seiner Ordensbrüder war der Krankenpflege für Arme und Fremde gewidmet.
Im Jahre 560 entstand eine Schule für Ordensbrüder unter der Leitung vom Benediktiner Cassiodor in der vieles über Heilwissen vermittelt wurde.
Zu Zeiten Kaiser Karl des Großen wurde von ihm per "Capitulare de villis" im Jahre 812 genau festgelegt wie das Klosterleben gestaltet sein soll. Auch die Gartengestaltung wurde unter vielen anderen festgelegten Punkten vorgeplant.
So war beispielsweise festgelegt welche Obst, Gemüse und eben vor allem Kräutersorten angebaut werden müssen. Darunter befanden sich beliebte Heilpflanzen wie Ringelblume, Minze, Knoblauch Anis, Eibisch oder Kerbel.
Rückblickend ergab sich der Begriff "Karlsgarten".
Auf ihren zahlreichen ausgedehnten Reisen sammelten die Ordensbrüder auch Erfahrungen und brachten so neue Kräuter für die Gärten mit die von Karl dem Großen auch mit in die Liste aufgenommen wurden.
Die Ordensbrüder waren angehalten, die Pflanzen und deren Wirkung in Bezug auf Heilung, Linderung, Speisenzubereitung aber auch Konservierung zu studieren. So wurde erkannt das gegen fast jedes Leiden eine Pflanze wachsen zu scheint.
So wurden die Klöster die erste Adresse wenn es um die Anwendung von Heilpflanzen ging.
Durch das Studium der alten Bücher und die neuen Erfahrungen sowie das Experimentieren mit Rezepten wuchs ein enormes Wissen heran, das in Büchern, sogenannte "Herbarien" aufgezeichnet wurde.
Ein Problem der seinerzeitigen Archivierung war, dass es für viele Pflanzen und auch teilweise für die Nutzung keine einheitliche Bezeichnung gab und so kann es vorkommen das die gleiche Pflanze und gleiche Behandlungsweise und Nutzung der Pfalnze unter verschiedene Namen zu finden ist.
Außerhalb der Klostermauern verbreitete sich die mündliche Überlieferung sehr rasch. Ein sehr großer Teil der Bevölkerung konnte weder Lesen noch Schreiben. Vieles wurde verzerrt und erst später wieder richtig gestellt.
1130 wurde im Konzil von Clermont den Ordensbrüdern die Ausübung von ärztlicher Tätigkeit verboten, denn diese durften nur noch ausschließlich an Hochschulen gelehrt werden. Etwa hundert Jahre später erfolgte durch Friedrich II eine Regelung der medizinischen Ausbildung.
Es wurde besonders Anatomie und Chirurgie gelehrt wobei aber auch die Lehren von Hippokrates und Galenus gestreift wurden.

Medizin auch in anderen Kulturen
Nachdem im Lauf der Zeit andere Völker die römische Kultur beeinflusst hatten, folgte in der
Wissenschaft eine Zeit des Stillstands. Im frühen Mittelalter bestand die Medizin des Abendlandes aus Volksweisheiten, die mit kaum verstandenen Überresten der klassischen Lehren vermischt waren. Selbst in Konstantinopel, dem Zentrum der Gelehrsamkeit, führte eine Reihe von Krankheitsepidemien nur zum Wiederaufleben magischer Praktiken. Nur wenige hervorragende griechische Ärzte wie Oribasius, Alexander von Tralles und Paul von Ägina hielten die alten Traditionen trotz wachsenden moralischen Verfalls, Aberglaubens und geistiger Stagnation aufrecht.

Arabische Medizin
Im 7. Jahrhundert brachten arabische Eroberer große Teile des Orients unter ihre Herrschaft. Kenntnisse der griechischen Medizin erhielten die Araber und die Perser von den Nestorianern, einer christlichen Sekte, die aus dem Byzantinischen Reich ins Exil gegangen war. In deren Medizinschulen bewahrte man viele Schriften auf, die bei der Zerstörung der Bibliothek von Alexandria verloren gegangen waren. Übersetzungen aus dem Griechischen bildeten die Grundlage für eine Wiederbelebung der Wissenschaft und für ein arabisches medizinisches System. Dieses stützte sich auf griechisches und römisches Gedankengut und wurde in der gesamten arabischen Welt verbreitet. Einige arabische Ärzte wurden berühmt: al-Razi, praktischer Arzt und Schriftsteller, beschrieb als erster die Pocken (im Jahr 910) sowie die Masern und äußerte erstmals die Vermutung, die Ursache der Infektionskrankheiten liege im Blut. Isaak Judäus schrieb das erste Buch, das sich ausschließlich mit Ernährung beschäftigte. Und Avicenna verfasste den berühmten Canon, eine allgemein anerkannte Zusammenfassung der Lehren von Hippokrates, Aristoteles und Galen. Im 12. Jahrhundert wurden weitere arabische Mediziner weithin bekannt: Avenzoar beschrieb als erster den Parasiten (eine Milbe), der Krätze erzeugt, und stellte als einer der ersten die Autorität Galens in Frage. Averroes war anerkanntermaßen der bedeutendste Kommentator des Aristoteles; sein Schüler Maimonides schrieb viel gelesene Werke über Ernährung, Hygiene und Toxikologie. Al-Quarashi, auch Ibn al-Nafis genannt, verfasste Kommentare über die Schriften von Hippokrates sowie über Ernährung und Augenerkrankungen. Vor allem aber erkannte er als erster, dass das Blut über die Lunge von der rechten in die linke Herzkammer fließt.
Die arabischen Ärzte trugen viel dazu bei, den Ausbildungsstand der Mediziner zu verbessern, denn sie bestanden darauf, dass ein angehender Arzt seinen Beruf nur nach einer Prüfung ausüben durfte. Sie führten außerdem zahlreiche neue Arzneistoffe ein, machten große Fortschritte in der Augenheilkunde und im öffentlichen Gesundheitswesen und waren ganz allgemein viel qualifizierter als die Ärzte im Europa des Mittelalters.

Europäische Medizin
Europa litt im frühen Mittelalter darunter, dass Medizin nur von Laien ausgeübt wurde. Zur Befriedigung des dringenden Bedarfs nach medizinischer Versorgung entstand eine Art kirchliche Medizin. Sie hatte ihren Ausgangspunkt in den Hospitälern der Klöster und führte sehr rasch zur Gründung eigener mildtätiger Einrichtungen, die der Pflege der vielen Leprakranken und anderer Patienten dienten. Vor allem die Benediktiner waren auf diesem Gebiet sehr aktiv: In ihrer Bibliothek im italienischen Monte Cassino sammelten und studierten sie die medizinischen Schriften der Antike. Der heilige Benedikt von Nursia, der diesen Orden gegründet hatte, verpflichtete seine Anhänger zu wissenschaftlichen Studien, insbesondere auf dem Gebiet der Medizin. Bertharius, der Abt von Monte Cassino, war selbst ein berühmter Arzt.
In Deutschland wurde Fulda unter dem fränkischen Theologen Rabanus Maurus zu einem berühmten Zentrum medizinischer Gelehrsamkeit. Im 9. Jahrhundert veranlasste Karl der Große, der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, dass Medizin in den Lehrplan der Klosterschulen aufgenommen wurde. Der französische Kirchenführer Saint Bernard von Clairvaux dagegen verbot den Zisterziensermönchen, sich mit medizinischen Büchern zu beschäftigen, und verbannte alle Heilmittel außer dem Gebet.
Im 9. und 10. Jahrhundert wurde der alte Kurort Salerno, der in der Nähe von Monte Cassino liegt, allmählich zum anerkannten Zentrum der medizinischen Tätigkeit. Anfang des 11. Jahrhunderts wurde dort die erste Medizinschule des Abendlandes gegründet. Die Ausbildung war praxisorientiert und weltlich geprägt; besonderen Wert legte man auf richtige Ernährung und körperliche Hygiene. Der italienische Arzt und Übersetzer Constantinus Africanus, der Benediktinermönch wurde und sich in das Kloster von Monte Cassino zurückzog, übertrug dort und in Salerno viele klassische medizinische Werke der Griechen für die Studenten aus dem Arabischen ins Lateinische. Im 12. Jahrhundert wurde das Medizinstudium immer theoretischer; man unterrichtete dieses Fach an der Medizinschule in Montpellier.
Gegen Ende des 12. Jahrhunderts lebte die Laienmedizin wieder auf, und die medizinische Tätigkeit außerhalb der Klöster wurde eingeschränkt. Das führte zu einem Niedergang der Klostermedizin, die sich aber bereits hohe Verdienste erworben und die Traditionen der klassischen Gelehrsamkeit bewahrt hatte. Im 13. Jahrhundert führte man die ärztliche Approbation nach einer Prüfung ein, und es wurden strenge Maßnahmen zur Verbesserung der allgemeinen Hygiene ergriffen. Die medizinische Lehre beschränkte sich aber weitgehend auf die Darlegung alter Dogmen. Zu den bedeutendsten Wissenschaftlern dieser Zeit gehören der deutsche Gelehrte Albertus Magnus, der sich mit biologischer Forschung beschäftigte, und der englische Philosoph Roger Bacon. Dieser erforschte die Optik und Lichtbrechung und äußerte als erster Gelehrter die Ansicht, man solle sich in der Medizin auf Heilmittel aus der Chemie verlassen. Aber auch Bacon, der oft als origineller Denker und Pionier der experimentellen Wissenschaft gilt, wurde von den Einflüssen der griechischen und arabischen Autoritäten beherrscht.
In Italien wurden die Universitäten von Bologna und Padua im 13. Jahrhundert zu führenden Zentren der Medizin. In Bologna versuchte man, die hergebrachten Vorstellungen über Anatomie durch das Sezieren von Menschen zu bestätigen. In Padua ging Pietro d'Abano daran, die Gegensätze zwischen den Anhängern des griechischen und arabischen Medizinsystems zu überwinden.
Trotz verbreiteter Vorurteile kamen die anatomischen Untersuchungen voran. Chirurgen hatten damals einen niedrigeren gesellschaftlichen Rang als andere Ärzte. Dennoch erzielte der Chirurg Hugo von Lucca eindrucksvolle Fortschritte; er widerlegte einige Lehren Galens und praktizierte eine vereinfachte Behandlungsmethode für Verrenkungen, Knochenbrüche und Wunden. Er untersuchte die Sublimierung von Arsik und gilt als Gründer der Chirurgenschule von Bologna, die 1204 entstand. Wilhelm von Saliceto und sein Schüler Lanfranchi waren Wegbereiter der chirurgischen Anatomie. Lanfranchi soll der erste gewesen sein, der zwischen Brusthypertrophie und Brustkrebs unterschied. Zwei beherrschende Gestalten der französischen Chirurgie waren zu jener Zeit Henri de Mondeville, der Leibarzt des französischen Königs, der dafür plädierte, Wunden und chirurgische Nähte keimfrei zu machen, sowie Guy de Chauliac. Dieser wurde als Vater der französischen Chirurgie bekannt. Er wies in seinen Schriften darauf hin, wie wichtig das Sezieren für die Chirurgenausbildung ist, und soll als erster die Pest erkannt haben, die Europa 1348 zum ersten Mal heimsuchte. Außerdem beschrieb er wahrscheinlich als erster den Leistenbruch (1361) und erfand mehrere chirurgische Instrumente. Die medizinische Wissenschaft profitierte stark von den Arbeiten des Erzbischofs Raimundo. Er gründete um 1140 im spanischen Toledo ein Institut für die Übersetzung medizinischer Schriften aus dem Arabischen, wo u. a. die Werke von al-Razi und Avicenna ins Lateinische übertragen wurden.

Quelle: QI GONG IN BERLIN


Die Erfindung der Uhr
Den Menschen im 13. Jahrhundert reichte die ungenaue Zeitmessung mit der Wasser,- Sand,- oder Sonnenuhr nicht mehr und zudem wetterte die Kirche gegen eine Zeitvergeudung im Müßiggang.
Geschickte und erfinderische Handwerker, vor allem Schlosser, bauten schon 1260 an einer mechanischen Uhr, die aber erst ca 70 Jahre später technisch ausgereift sein sollte.
Am Hofe König Alfons des Weisen von Kastillien und Leon ( 1221- 1284 ) beschrieb ein Rabbi erstmals die neue Art der Zeitmessung.
Bei dieser war die treibende Kraft ein Gewicht mit Seil, das um eine Walze geschlungen war und als Gegengewicht gegen ein zu schnelles ablaufen wurde Quecksilber eingesetzt.
Das Quecksilber befand sich in sechs von den zwölf Kammern die um die Walze angebracht waren. Diese Kammern waren mit engen Löchern verbunden durch die das Quecksilber gleichmäßig floss und die Drehung der Walze regulieren sollte .
Die Walze drehte sich in 24 Stunden einmal um sich selbst.
Später wurden mechanische Räderuhren erfunden wo die Schwingbewegung eines Waagenbalkens genutzt wurde.
Ende des 13. Jahrhunderts wurden solche Uhren schon in Kirchentürmen aufgestellt und ein Schlagwerk verkündete den Leuten die Stunde.
Das Gewicht einer solchen großen Uhr wurde nur einmal im Jahr aufgezogen.
Durch die Erfindung der Uhr war eine genauere Zeitmessung möglich. Zuvor dauerte ein Arbeitstag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.
Im toskanischen Bergbau tauchte nach Mitte des 13. Jahrhunderts der Begriff Dies labaoratoris auf. Es war der Arbeitstag mit klar begrenzter Stundenzahl geboren !

Das Spinnrad und die Stoffherstellung
Das Garn zur Stoffherstellung wurde seit je her immer auf die selbe einfache Weise durchgeführt, mit Spindel und Rocken. Diese uralte Methode beherrschten selbst die Kinder und konnte nebenbei bei anderen Tätigkeiten wie zum Beispiel beim Stillen eines Kindes, Schafehüten, im stehen oder sitzen getan werden.
Die Erfindung des Spinnrades im 13. Jahrhundert fand nicht den Zuspruch obwohl man in der gleichen Zeit etwa doppelt so viel Garn herstellen konnte und dieses Garn eine bessere Qualität hatte als mit der Handspindel, zudem konnte man das Spinnrad auch zum Aufspulen des Garns verwenden.
1268 wurde dennoch in Paris die Nutzung des radgesponnen Garnes verboten und ebenso 1288 in Abbeville. Es war dabei nicht die Angst vor einer technischen Neuerung, sondern eher die sozialen Konsequenzen für die Spinenden.
Das Spinnen war bisher eine Nebentätigkeit der Frauen und Kinder und die neue Technik verlangte mehr Aufmerksamkeit und das Arbeiten an einem festem Platze.
Es wurde nicht mehr nebenher gesponnen, sondern es wurde zur Winterlichen Spinstubenarbeit.
Durch die höhere Effizienz des Spinnrades wurde es trotz allem immer beliebter.

Roger Bacon, ein Erfinder und Philosoph
Roger Bacon ( ca. 1214 - 1294 ), ein englischer Theologe und Naturphilosoph, war eine herausragende Persönlichkeit was technische und geistige Entdeckungen des 13. Jahrhunderts anbelangt.
Er beschäftigte sich sehr intensiv mit dem „heidnischen" Philosophen Aristoteles, Averros und Avicenna. Roger Bacon kam zu dem Schluß das nicht der Glaube, sondern die Mathematik als Bassis aller Wissenschaften anzusehen ist.
Der Engländer war nicht nur ein technikbegeisterter Philosoph und Träumer, denn ihm gelangen auch Erfindungen. Er erkannte das Feuer kein eigenes Element ist, wie die Alchemie damals lehrte, sondern eine chemische Reaktion unter zufuhr von Luft. Von ihm stammte die erste Rezeptur des christlichen Abendlandes für Pulver ( ca. 1267 ), damit war es nicht mehr weit zu den Feuerwaffen.
Ein Segen für die Menschheit war die Entdeckung von Roger Bacon der gegen Ende des 13. Jahrhunderts „ein Kugelsegment aus Krystall oder Glas" beschrieb, das „den Sehwinkel vergrößert und das Bild dem Auge näher bringt". Dies sollte der Anfang der Brille werden.
Auf Murano, einer Insel bei Venedig die schon damals für ihre Glasfabrikation bekannt war, wurden vermutlich die ersten Gläser gefertigt.
Das Wort „Brille" stammt vom lateinischen berillus: Bei den Römern hieß so ein indischer durchsichtiger Edelstein, der heute noch als „Beryll" bekannt ist.
Dieser diente aber nicht als Brille, sondern wird vermutet eher als Schutzglas gegen grelles Licht.

Quelle: 1000 Jahre Europäische Geschichte


Frau und Kirche
In der christlichen Lehre ist die Frau "capax Dei" und damit erlösungsfähig. Theologen, die auf dieser Grundlage positive Gedanken über die Frau entwickelten, gingen meist davon aus, daß ihr in ihrer grundsätzlich unterstellten Schwachheit eine durch göttliche Gnade ermöglichte Stärke zuwachsen konnte.
Auf der anderen Seite zeigte sich die Tendenz Weiblichkeit auf der Grundlage sexueller Kategorien zu diffamieren. Augustius (354 - 430) formulierte die Verbindung von Erbsünde und Geschlechtstrieb, er war der Schöpfer der Dämonenlehre.
Die monastische ashetische Literatur, die als Antithese zur sexuellen Erbsünde, die enthaltsame Abwendung von der materiellen Welt für die Perfektion christlichen Lebens propagierte, machte die Frau zum Weihzeug des Teufels. Die negative und positive Vorstellung der Frau wurden durch Eva als Mutter der Sünde und der Jungfrau Maria als Mutter Gottes verkörpert.
Die Spaltung des Frauenbildes entspricht der Aufteilung der Herrschaftsbereiche. Hexen und Heilige sind Dienerinnen im jeweiligen Herrschaftssystem, sie haben in der hierarchischen Gliederung keine Kraft aus sich selbst, sie vollziehen den Willen ihres Herrn.
Die Anthropologie des Aristoteles, die kath. Teologie durch Albertus Magnus und Thomas von Aquin verschärften die Minderwertigkeit. Als Individuum ist die Frau etwas Mangelhaftes und Verunglücktes. Sie ist in der Gesamtnatur notwendig, jedoch eine biologische Fehlentwicklung.
Viele Ärzte interpretierten die weibliche Anatomie zur männlichen.


Frau und Gesellschaft
Im germanischen Recht war die  Frau der Alleinherrschaft des Mannes, der sogenannten Munt (von mundium = manus = Hand) unterworfen und wurde gleichgestellt mit Kindern, Sklaven, Vieh und Besitz.
Im frühen Mittelalter wurde die Frau langsam zur Person. Vom öffentlichen Leben und vom Rechtsverkehr waren sie ausgeschlossen, der um 1200 entstandene Sachsenspiegel (das älteste Landesrechtsbuch Deutschlands), bestreitet ihnen Prozeßfähigkeit.
Die aktive Rolle der Frau in der Literatur ist gering.
Eine größere Bedeutung erlangt sie in der passiven Rolle in der Mariendichtung, hier wird Maria, die heilige reine Frau als Gegenkraft zur triebhaften und sündigen Urmutter Eva verstanden. In der Minnelyrik wird die Frau zum zänkischen Eheweib, zur Hure und Kupplerin zur scheinheiligen Person, die den tölpelhaften Mann überlistet. Die Frau der Trivialliteratur des 13. und 14. Jahrhunderts ist die spätere Hexe.
Im Hochmittelalter verbesserte sich die Stellung der Frau vor allem in den Städten. Neben der Versorgung der Familie halfen sie dem Mann bei der Arbeit. Sie übten das Handwerk als Gehilfin, manchmal sogar als Meisterin aus. In den Zünften werden im 14. Jahrhundert mehr und mehr Frauen aufgenommen. Karl Bücher hat anhand von Frankfurter Urkunden für die Zeit zwischen 1320 - 1500 rund 200 Berufsarten gefunden, in denen Frauen beschäftigt waren.
Diese kurzlebige Entwicklung hat zu einem gewissen Selbstbewußtsein der mittelalterlichen Frau beigetragen.
In der Familie besaß die Frau im Hochmittelalter einen gewissen Einfluß. Sie war Leiterin des Haushaltes und mußte die Kinder erziehen.
Im Verlauf des 15. Jahrhunderts wurde sie aus öffentlichen Bereichen herausgedrängt, Gesetze beschränken die Frauenarbeit und um 1600 verschwindet die Frau beinahe völlig aus dem Berufsleben.
Die Geringschätzung des weiblichen Geschlechts wurde immer größer.
Die Abwertung der Frau durch die Kirche war verhängnisvoller und wichtiger wie die Verdrängung aus dem Berufsleben.


Frauen und Heilkunde - Medizin
Die Frauen waren aktiv in der Heilkunde tätig. Sie wurden in der Geburtshilfe und Frauenheilkunde, von dieser waren die Männer jahrhundertelang ausgeschlossen, durch politische Macht, durch Geschlechterkampf und zunächst nicht durch wissenhaftliche Überlegenheit der Ärzte verdrängt. Zunächst waren heilkundige Frauen, die "weisen Frauen" und Hebammen, die Ärzte d. Volkes. Paracellsus sagte, sein wissen hat er von den "weisen Frauen". Sie wußten durch Beobachtungen sehr viel von der Natur, hatten Kenntnisse vom Körperbau, von der Wirksamkeit der Drogen und Kräuter. Sie kannten Schmerz- und Abtreibungsmittel, wußten verschiedene Dinge über die Empfängnisverhütung und konnten schwierige Kindslagen erkennen und verbessern.
Sie führten auch schon den Dammschnitt aus.
Ihr Ansehen war sehr hoch, sie waren auch die Vertrauten der Frauen, auch die der Frauen in höheren Gesellschaftsschichten. Die Familien des ausgehenden Mittelalters, 14. Jahrhundert, waren nicht nicht kinderreich.
Leider sind die Kenntniss dieser Frauen nicht beschrieben und wenn, nur von Gelehrten. Die Volksmedizin wurde traditionell nur mündlich weitergegeben.
Die höfische und kirchliche Medizin im Mittelalter war von jüdischen und arabischen Ärzten geprägt. Die religiöse Verbindung kam sehr bald zum Tragen. Frauen konnten nur kurze Zeit studieren (Universität Salerno - Italien). Sie übten, wenn dann, die Frauenheilkunde aus.
Die berühmteste deutsche Frau, die wir kennen, war Hildegard von Bingen. Im Schutze der Kirche übte sie heilkundiges wissen aus.
Allgemein stellten die heilkundigen Frauen, das Volk vertraue ihnen mehr als den Ärzten, eine ernsthafte Konkurrenz dar.
Daraus entwickelte sich ein unerbittlicher Machtkampf.
Frauen wurden von den Universitäten ausgschlossen, Verordnungen untersagten die Ausübung der Heilkunde. Die Geburtshilfe und Frauenheilkunde, bisher von den Hebammen durchgeführt, wird im 15. Jahrhundert unter die Aufsicht der Stadtärzte gestellt.
Sie wurden als Pfuscherinnen, als schmutzig und unrein dargestellt! Die Hebamme wurde zur unselbständigen "Helferin" des Arztes!
Unterstützt wurde diese Verdrängung der heilkundigen Frauen durch die offzielle Kirchendoktrin, die das irdische Leben als Übergang ins ewige Leben sah. Die Eingriffe in "Gottesschöpfungsplan" heilen mit Natur, nicht teilen der Sexualfeindlichkeit boten somit Angriffsfläche für die Hexenverfolgung.
Die enge Beziehung zwischen Kirche, Staat und Ärzteschaft vernichtete die Frauen aus der Heilkunde.
Die Geburtshilfe wurde endgültig von den Ärzten kontrolliert. Das gemeinsame Erleben der Geburt von Frauen, Schmerzmittel bei der Geburt waren verschwunden. Bei schwierigen Geburten entschied man für das Neugeborene gegen die Mutter.
Der Körper der Frau und die Gebärfähigkeit konnten, nachdem der Widerstand der Frau durch die Hexenverfolgung gebrochen war, rücksichtslos ausgebeutet werden.

Quelle: Christa Kronburger , Klinikum Grosshadern



 
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