Handwerke - Die Epposteiner

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Handwerke

Hier stellen wir einige Handwerke vor, welche wir selbst ausüben.

Nadelbinden

10th century woollen sock from Coppergate made using the nålebinding technique
Copyright © York Archaeological Trust 2004

Allgemeines
Die Technik des Nadelbindens ist dem heutigen Stricken und Häkeln ähnlich. Der Unterschied ist: Beim Nadelbinden wird wie beim Nähen mit einem Stück Faden und einer Nadel gearbeitet. Der Faden wird mit der Nadel durch rückwärtige Schlingen geführt; dies jedoch nach einem bestimmten Muster. In verschiedenen Formen war und ist es teilweise noch heute in allen Kulturen der Welt verbreitet.
Die Nadel, mit der die Nadelbindesachen hergestellt werden, ist in der Regel eine flache Holznadel von 8-12 cm Länge, 3 - 10 mm Breite. Die Nadeln haben eine schlanke, stumpfe Spitze und ein großes Öhr. Auch Horn- oder Knochennadeln sind historisch belegt. Es eignen sich natürlich auch vergleichbare Metall- oder Plastiknadeln. Als Garn eignet sich jedes gebräuchliche Handarbeitsgarn, besonders gut jedoch Wolle, wegen ihrer Filzeigenschaft. Diese macht man sich zum Verbinden der Einzelfäden zunutze.

Für Nadelbindung gibt es zwei Ausführungsarten. In Skandinavien ist das Nähen auf dem Daumen weit verbreitet; hierbei erfolgen Schlaufenbildung und Nähen eines Stiches dicht um den Daumen herum. Das Arbeitsstück kann aber auch zwischen Daumen und Fingern der Hand gehalten werden (ähnlich wie beim Häkeln); das Nähen der Stiche geschieht wie beim Stopfen in der Fläche, das Maß für eine neue Schlaufe können die Nadel oder ein Finger sein. Dieses Nähen in der Fläche eignet sich besonders gut für das Anfertigen sehr feiner Textilien und für das Nähen von Stichvarianten, die sich nicht auf dem Daumen nähen lassen.
In manchen Ländern ist Nadelbinden immer noch täglicher Bestandteil eines traditionsreichen Alltags. So wird man beispielsweise in Skandinavien auch heute noch Menschen finden, die nadelgebundene Handschuhe tragen. In vielen anderen Ländern jedoch wurde diese Technik seit dem Spätmittelalter nach und nach durch Stricken ersetzt.
Weitere gebräuchliche Bezeichnungen für das Nadelbinden: Nadelbindung, Nalbinding, Naalbinding, Nålbinding, Nailbinding, Nalbindung, Schlingentechnik oder auch Schlingennähtechnik


Nadelbinden im Hochmittelalter

Für das Hochmittelalter lassen sich belegen:

Strümpfe, z. B. 12. Jahrhundert
Kopfbedeckung des hl. Simeon (Trier, 11. Jh.)
Fäustlinge (Schleswig, 13.-15. Jh. )
Dazu diverse Fragmente , z. B. (Speyer 11.-13. Jhd)

Anleitung
Zur Erinnerung, Vertiefung oder dem Erlernen neuer Stiche empfehle ich folgende Seite:

http://www.flinkhand.de/index.php?nadel_daumen

http://www.nadelbindung.de/Links/nadel_links.html

http://www.dueppel.de/index.php

http://www.nadelbinden.de.vu/

http://www.shelaghlewins.com/

Video-Anleitungen im Netz:

http://video.google.com/videoplay?docid=-5058298771613688968

http://www.myvideo.de/movie/96171

http://www.myvideo.de/watch/826936/Der_Asle_Stich


Zunehmen und Abnehmen

Um die Weite der Nadelarbeit zu beeinflussen, muß man zum Weiten Schlaufen "zunehmen" oder zum enger machen welche "abnehmen". Ich verwende hier die Terminologie aus dem Bereich des Strickens, obwohl es ja eigentlich darum geht, mehr oder weniger Schlaufen in einer sich von links nach rechts entwickelnden spiralförmigen Nadelarbeit zu verwenden. Es ist also nicht ganz vergleichbar, doch eine bessere Wortwahl fällt mir dazu nicht ein.
Enger wird es, wenn man beim Durchziehen durch die Schlaufe der vorangegangenen Reihe immer mal zwei Schlaufen zusammenfasst. Das kann regelmäßig (also z.B. bei jedem zweiten Stich) oder auch unregelmäßig (z.B. nur an den Seiten) gemacht werden. Weiter wird die Nadelarbeit hingegen, wenn man in die gleiche Schlaufe der vorangegangenen Reihe zweimal einsticht. Auf die Art erhöht oder vermindert sich die Anzahl der Schlaufen im Vergleich zur vorangegangenen Reihe, und das Stück wird schmaler oder weiter.
Im Gegensatz zu den "moderneren" Handarbeitstechniken gibt es beim Naalbinding eigentlich keine richtige Anleitung, der man für ein Kleidungsstück folgen muß. Hier wird meist einfach nach Augenmaß zu- oder abgenommen, je nachdem, was man gerade nadeln möchte. Wenn man ein Paar Socken oder Handschuhe anfertigen möchte, macht es Sinn, beide Teile parallel zu arbeiten, also immer ein Stück vom einen, dann wieder ein Stück vom anderen Teil. So kann man am besten erreichen, daß beide Teile des Paares auch gleich aussehen, weil man so immer noch gut im Kopf hat, was man gerade gemacht, wie oft man zu oder abgenommen hat usw.

Socken
Arbeite in Paaren
Es bietet sich an, immer beide Socken gleichzeitig anzufertigen.
Der Beginn an den Zehen
Beginne an den Zehen und arbeite aus der Runde bis der Knöchel erreicht ist, wie es die Zeichnung zeigt.
Der Knöchel
Es wird eine Reihe Maschen genadelt deren Anzahl ½ Maschen der Spitze ist und entsprechend wieder an das Vorderteil angesetzt.
Anfertigen der Ferse
Die Ferse wird nun in den entstandenen Zwischenraum genadelt.
Hoch zum Knöchel
Nun kann der Schaft der Socke über den Knöchel so hoch gearbeitet werde, wie man möchte.
Nadelgebundene Socken weisen nicht die gleiche Elastizität wie gestrickte Socken auf. Deshalb ist es wichtig immer wieder anzuprobieren und Maschen zuzunehmen. Oder man arbeitet Alternativ eine Schlitz in die Socke genadelt werden.

Erstellt von Vroni.



Der Werkstoff Zinn und seine Herkunft

Zinn wird in Bergwerken und Tagebauten gefördert.
Die gegenwärtigen Hauptfundorte sind Malaisia,Indonesien,Bolivien, Peru,Nigeria,Zaire,UDSSR,und in der VR-China
Die europäischen Zinnvorkommen sind nicht sehr ergiebig,denn hier kommt es in der Form des Zinnsteins vor.
Es handelt sich um Zinnoxyd Sno 2 das in mehreren Arbeitsgängen Aufbereitet werden muss. Es werden 2 Arten von Zinnvorkommen
unterschieden:.
Das Bergzinn und das Seifenzinn. Bergzinn wird in Erzgängen gefunden und ähnlich wie Kohle abgebaut. Die Zinnvorkommen in außereuropäischen
Ländern sind sehr ergiebig und werden mit einem Wasserstrahl aus dem Erdreich ausgewaschen.
Der Reinheitsgrad ( 99% ) ist so hoch, dass die aufwendigen Röst und Reinigungsverfahren entfallen. Das Streifenzinn entstammt dagegen den
Trümmerlagerstetten, wo es durch Jahrtausende verwitterte,vom Gestein gelöst und abgeschwemmt wurde.
Der Abbau des Seifenzinns ist mit geringerem Aufwand verbunden als Vergleichsweise die Förderung des Bergzinns. Um reines Zinn zu gewinnen
Muss das Erz zerkleinert,sortiert und gewaschen werden,dann wird der Zinnstein geröstet, damit die schädlichen Verunreinigungen ( besonders
Schwefel und Arsen ) ausgeschieden werden können.Danach wird es im Schachtofen erhitzt, wobei das Rohzinn ausschmilzt.Nach der Trennung
Zwischen Eisen und Zinn wird ein Reinheitsgrad von 99-99,88% erreicht.

Der Zinnschrei
Biegt man eine Stange Zinn so ist ein deutlich vernehmbares Knisten
und Knacken zu hören. Die Ursache ist im Gitteraufbau dieses Elemts zu suchen. Die Kristalle reiben sich aneinander und erzeugen dieses Geräusch
Dieser Zinnschrei wird oft genug als Merkmal hoher Reinheit gewertet.

Zinnlegierung als Hilfsmittel
Bei Herstellung von Zinngegenständen oder Zinnfiguren entstehen manchmal mehrere Teile , die verlötet werden müssen. So besteht z.B. eine Kanne aus
7 Teilen von denen 6 Teile miteinander zu verlöten sind. Deshalb muss das Lot einen erheblich niedrigen Schmelzpunkt aufweisen.
Dazu muss man ein Metall herstellen,dass den Namen Eutektium trägt. Man kennt es auch unter dem Namen „Woodsches Metall „
Die Komponenten zur Herstellung dieses Metalls sind :
Zinn 12.5%, Blei 25%,Wissmut 50%,
Es entsteht eine Legierung mit einem Schmelzpunkt von 65 °C

Auf der Suche nach den günstigen Schmelzpunkten für versch.Legierungen kommt man einem chemisch-physikalischen Phänomen auf die Spur :
Reinzinn hat einen Schmelzpunkt von 232 oC, Blei einen solchen von 327 oC Mischt man nun 2 Teile Zinn und 1 Teil Blei, so liegt der Schmelzpunkt dieser
Legierung nicht zwischen 232oC und 327 oC, sondern bei 180 °C

Verarbeitung
Im Zinngießhandwerk entwickelte sich durch die Jahrhunderte das Probezinn zur bekanntesten Legierung.
Allerdings wurde es in den verschiedenen Landschaften unterschiedlich Legiert. Es ging immer um den Bleigehalt. Dieser konnte den 6. aber
Auch den 15. Teil betragen. Nürnberg, das bereits im 16. Jahrhundert als Hochburg der Zinn-
gießerkunst galt, wurde auf 10 Teile Zinn und 1 Teil Blei gemischt. Aus diesem Legierungsverhältnis bildete sich die
gemeine Reichsprobe für große Teile des deutschsprachigen Gebiets.
In Europa wurden aber noch andere Legierungen verwendet.
In Großbritannien wurde im 19. Jahrh. außer Blei auch mit Antimon, Kupfer,Zink,und Wismut legiert. Diese Legierung nannte man
Queens Metall, auch Zinn der Könige und engl. Zinn genannt.
Die Zusammensetzung erfolgte in verschiedenen Varianten.
Zinn der Könige :Zinn 73,86 %, Antimon,Blei,und Wissmut je 8,88%
Britanniametall: Zinn 90%, Antimon 10%
Englisches Zinn : 88,42% , Antimon 7,16 % ,Kupfer 3,54 %, Wissmut,0,88%


Zinnmarken und ihre Bedeutung
Zinnmarken sind Signaturen, die in der Frühzeit des Zinngießerhandwerks im 14./15.Jahrhundert von aufsichtsführenden Prüfern in die fertigen
Zinngegenstände eingeschlagen wurde. Die ältesten Zinnmarken sind aus Hamburg aus dem Jahre 1375 bekannt.
Zuerst wurden nur Meistermarken verwendet. Diese zeigen meist die Initialen des Meisters einen bildlichen Gegenstand z.B. Pflanzen, Tiere,
Kannen, Schwerter, Architektur, und oft eine Jahreszahl. Sehr oft waren die Meistermarken ( wie auch später die Stadtmarken ) wappenähnlich
gestaltet. Steht´s war ein Motiv negativ in das Stempeleisen eigearbeitet, so dass dieses beim Hammerschlag erhaben hervortrat.

Zinngießformen
Die ältesten Formen wurde aus Lehm , hergestellt. Es gab aber auch Papier, Holz, Gips, und Schieferformen.
Ab dem 19. Jahrhundert kamen noch andere Materialien wie Messing, Gusseisen, Aluminium, Stahl, und später Epoxyd - Gießharz und
Silikon dazu.


Zinnkrankheiten
Hierunter sind 2 schädliche chemische bzw. elektrochemische Prozesse zuverstehen die Zinn angreifen: Zinnfraß und Zinnpest.
Beim Zinnfraß handelt es sich um einen elektrochemischen Korrosions- Vorgang, der vom ungleichmäßigen Einwirken aggressiver Stoffe
( auch gegebenenfalls fremde Metalle ) ausgelöst wird.
Die Zinnpest äußert sich durch dunkelgefärbte Aufblähungen, die bei Berührung mit einem Gegenstand zu schwarzgrauem Kristallinen
Pulver zerfallen.

Eine verbürgte Geschichte zur Zinnpest
Etwa um 1900 wurden im Zeughaus zu Petersburg russische Armeen uniformen aufbewahrt. Bei einer Revision wurde festgestellt, dass
sämtliche zinnernen Uniformknöpfe verschwunden waren und statt dessen nur pulvriger Dreck vorhanden war. Der Zeugmeister wurde der Veruntreuung beschuldigt und in Haft genommen, bis durch ausländische Sachverständige die Zinnpest als Ursache festgestellt und ihre zerstörerische Wirkung aufgeklärt werden konnte.

Das war eine Zusammenfassung über das Zinn und seine Verarbeitung.
Bearbeitet von Heinrich

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü