Hardenburg - Die Epposteiner

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Hardenburg

Die Hardenburg

Lage

In westlicher Richtung von Bad Dürkheim auf der Straße nach Kaiserslautern im Pfälzer Wald kommt man zu dem Dorfe Hardenburg.
Die Straße die hier hindurchfährt, hatte schon immer strategische Bedeutung als Verbindungsweg vom nördlichen Oberrhein nach Kaiserslautern und weiter ins Lothringen hinein.
Im Mittelalter sicherte und kontrollierte man sie durch eine Reihe fester Burgen.
Hier in Hardenburg schiebt sich nun an einer Talbiegung der Fels beiderseits eng zusammen und diese günstigische Situation ließ denn auch gerade hier eine Sperre entstehen, deren Bedeutung ohne weiteres aus der Topographie verständlich wird:
Kurz vorher noch dem Blick verborgen, ragen plötzlich nach einer Kurve der Straße machtvollen und auch heute noch als Trümmer dräuenden Ruinen der Feste Hardenburg links oben in 60 bis 90 Meter Höhe über dem sich Nähernden auf.


Baubeschreibung
Der Grundriß der Hauptburg ist der eines unregelmäßigen Fünfecks. Auf die Einrichtung von vorgestzten Zwingermauern, wie sie in gotischer Zeit üblich waren, hat man offensichtlich bewußt verzichtet, da sie fortifikatorisch überholt gewesen sind.
Die Nordwest-, Südwest- und Nordost Ecke wurden durch starke Rundtürme, durch sogenannte Rondelle gesichert. Über die Westseite hinaus ist ein starker Rundturm, das sogenannte Westbollwerk über den alten Halsgraben der Burg des 13. Jahrhunderts hinweg vorgesetzt worden; ein neuer flacher, aber breiter Halsgraben westlich davor schützte dieses Rondell gegen die Angriffsseite.
Die Wohnbauten gruppieren sich an der West-, Nord- und Ostseite um den etwa 35 : 36 Meter messenden Burghof. Nach Osten hin ist der Hauptburg eine Unterburg rechteckigen Grundrißes von etwa 22 : 67 Meter Abmessung vorgelagert, die sich - 9 Meter tiefer gelegen mit einem zweitürmigen Bollwerk, der sogenannten Münze - in das tal und gegen den Ort Hardenburg vorschiebt; hier befand sich angeblich die Prägestätte der Leininger Grafen.
Gegen Süden liegt der Hauptburg eine rechteckige Vorburg von 52 : 63 Metern vor, der sogenannte Lustgarten,
der wohl 1587 entstanden ist. Im südwestlichen Bereich, im Winkel zwischen dem hochgelegenen Westbollwerk und dem Tor- Rondell bzw. Schmiedeturm an der Südwest- Ecke der Burg, liegt ein annährend rechteckiger Vorhof, der Torzwinger, von dem aus der Besucher seinen Rundgang durch die Burganlage beginnen kann.


Geschichte
Auch wenn man die Superlative meiden möchte, bleibt doch festzustellen, daß wir in der Hardenburg eine der nach Umfang und Ausdehnung ( 90 :180 Metern ) größten, mächtigsten und auch am längsten als Residenz bewohnten Burganlage der Pfalz vor uns haben.
Bautechnik, Baudetails und Grundriß zeigen, daß die Anlage in den uns noch erhaltenen Resten eindeutig den Wehrbaucharakter der deutschen Renaissance widerspiegelt, wenn Anfänge der Burg ins 13. Jahrhundert zurückreichen.
Verbunden ist diese Machtvolle Befestigung mit dem Namen ( und dies ist selten ) nur einer Adelsfamilie:
Der der Grafen von Leiningen.
Das Leininger Geschlecht war bereits im 11. Jahrhundert als Grafen im Besitz der drei Landgerichte im Wormsgau und als Inhaber der Geleitsrechte auf den großen Straßen zwischen Kaiserslautern und Worms / Oppenheim, zwischen Oppenheim und Oggersheim und zwischen Oggersheim und Spiesheim bei Alzey eine Rolle spielte.
Mit Emich I., der die ersten blutigen Judenverfolgungen des Abendlandes inszenierte, stellte es 1096 einen Abführer des 1. Kreuzzuges, mit dem Landvogt im Speyergau, Friedrich I. Emich ( 1189 - 1220 ), auch einen Minnesänger.
Man darf vermuten das die Leininger 1206 noch ihre Stammburg Alt - Leiningen bewohnten und schon bald nach 1206 mit dem Bau der Hardenburg begannen. Die 1214 bei der Nennung eines "Castrensis de Hardenbrech" erstmals erwähnte Anlage dürfte zu dieser Zeit wohl schon fertiggestellt gewesen sein.
Gründer war Graf Friedrich II. von Saarbrücken - Leiningen, Sohn des Grafen Simon II. von Saarbrücken und der Lucardis, Tochter Emichs III. von Leiningen und Schwester des schon genannten Minnesängers.
Bei der Teilung des leiningischen Territoriums im Jahre 1237 zwischen Friedrich III. und Emich IV. erhielt ersterer
das "castrum Hartinberch".
Da Friedrich der III. aber auf der Burg Alt - Leiningen residierte, wurde die Hardenburg der Hut von Burgmännern anvertraut, die sich zum Teil nach dieser Burg benannten.
Aber der Burgbau war nicht rechtens, zwar waren die Leininger Schutzvögte der Abtei Limburg, die Hardenburg gründeten sie aber ohne Erlaubnis des Abtes auf dem nicht ihnen gehörendem Territorium. Die Streitigkeiten dauerten bis 1249 an, dann trat das Kloster das strittige Gelände an die Leininger gegen andertwertiger Zugeständnisse ab.
Eine weitere Teilung der Leininger im Jahre 1317 überwies die Burg dem Grafen Jofried und erhob sie damit zum Stammsitz der jüngeren Linie der Grafen von Leiningen und Herren von Hardenburg.
Zur Sicherung der hardenburg war wohl schon im 13. Jahrhundert auf der anderen Talseite eine kleine Burganlage, der Nonnenfels, als eine Art Vorwerk errichtet worden. Weiter aufwärts der Talstraße gelang es den Leiningern, eine weitere Burg zu erbauen, deren Stelle bereits eine spätkarolingische Anlage eingenommen hatte.
Der Name dieser Burg ist nicht bekannt; mit "Schloßeck" wurde diese Anlage erst neuzeitlich bezeichnet.
Zu diesen Stützpunkten der Leiningen - Hardenburger gehörte auch Dürkheim, deren Burg die Grafen um 1260 - 1270 angelegt haben, und seit Anfang des 13. Jahrhunderts auch die Burg Frankenstein an der Straße nach Kaiserslautern.
Welches Aussehen die Hardenburg im späten Mittelalter hatte, ist nicht mehr festzustellen.
Wahrscheinlich hat die romanische Anlage bei den größeren Fehden der Leininger oftmals gelitten, so wohl 1376 bei der Allianz von Worms, Mainz und Speyer gegen Emich V., 1463 und schließlich 1471, als Kurfürst Friedrich I. der Siegreiche von der Pfalz den mit Veldenz verbündeten Emich VII. und seine Brüder in Dürkheim belagerte, die Stadt am 08. August 1471 eroberte, die dortige Burg zerstörte und die Leininger zwang, die Hardenburg und Frankenstein nicht mehr gegen die Kurpfalz zu gebrauchen und die Vogtei über Limburg an den Kurfürsten abzutreten.
Trotz dieser Niederlage und der daraus harten resultierenden Folgen ließen die Leiningen - Hardenburger nicht nach, ihre Nachbarn zu schädigen und zu bekriegen. In der Zeit von 1398 bis 1525 trugen sie 20 Fehden und Kriege sowie 28 größere "Irrungen" aus.



Quelle: Burgruine Hardenburg von Günther Stein, Landesamt für Denkmalpflege ( Burgen, Schlösser, Altertümer ), Heft 3
Und weitere Informationen vom Heimatverein Hardenburg

 
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